Intraday-Handel bei Infraserv Höchst

13.02.2020

Hintergrundinformation zum ProCom-Pressegespräch am 12. Februar 2020 auf der E-world mit Dr. Michael Frank, Leiter Commodities & Optimierung bei der Infraserv GmbH & Co. Höchst KG

Der Industrie-Dienstleister Infraserv Höchst
Die Infraserv Höchst ist die Standortbetreibergesellschaft des 460 ha großen Industrieparks Höchst in Frankfurt am Main. Das Industrie-Dienstleistungsunternehmen übernimmt mit etwa 2.700 Mitarbeitern unter anderem die Ver- und Entsorgung für ca. 90 Unternehmen am Standort, die etwa 22.000 Mitarbeiter beschäftigen. Die Betriebe beziehen von Infraserv Höchst neben Strom, Dampf, Gas, Wasser und Kälte auch technische Gase und Medien.

Erzeugungskapazitäten im Industriepark
Die Erzeugung von Strom und Dampf erfolgt vor Ort in Kraft-Wärme-Kopplung und Abhitze. Dazu betreibt Infraserv Höchst am Standort u.a. ein zentrales Heizkraftwerk mit drei Gasturbinen, ein Ersatzbrennstoff-Kraftwerk sowie Verbrennungsanlagen.

Spotmarktzugang über RWE
Um die Erzeugungsanlagen im Spotmarkt kostenoptimal vermarkten zu können, erfolgt der Marktzugang von Infraserv Höchst im Wesentlichen über RWE; der Energiekonzern wickelt zudem das Bilanzkreis- und Fahrplan-Management für den Infrastrukturdienstleister ab. Einen eigenen Börsenzugang hat Infraserv Höchst zurzeit nicht.

Intraday-Handel seit etwa einem Jahr
Bei der Vermarktung der Erzeugungsanlagen standen bis 2018 der Day-Ahead-Markt und die Vermarktung am Regelleistungsmarkt im Fokus. Wegen der zunehmenden wirtschaftlichen Attraktivität/des Potentials des Intraday-Stromhandels wird dieser seit etwa einem Jahr im Rahmen eines manuellen Handels über das RWE-Marktportal genutzt. Ziel ist, den Intraday-Handel weitgehend automatisiert zu gestalten, um auch abseits der üblichen Bürozeiten Handel treiben zu können und kleine Mengen ohne personellen Zusatzaufwand beschaffen oder an den Intraday-Markt bringen zu können.

Vereinfachung und Automatisierung mit ITA
Zur Erreichung dieser Ziele wählte Infraserv Höchst das Handels-Tool ITA von der ProCom GmbH, Aachen. ITA ermöglicht die Beobachtung des Marktes, das einfache Glattstellen offener Positionen und das Absetzen von Geboten auch auf Basis von Automatismen, die vordefinierten Regeln gehorchen. Auf diese Weise kann die Intraday-Vermarktung der Flexibilität automatisch erfolgen, so dass sich die Optionen am Intraday-Markt Tag und Nacht wahrnehmen lassen.

Thedora bringt ITA an den Easy Commodity Trader
Bei vielen Anwendern von ITA erfolgt der Handel über ein Handelshaus mit der ITA-Variante ITA B2B, bei der ein kundenseitig installierter Client – ITA Customer – mit einem Master – dem ITA Trading House – bei dem börsenzugelassenen Dienstleister kommuniziert. RWE betreibt sein eigenes Marktportal, den Easy Commodity Trader (kurz ECT, Infos siehe www.ect.energy). Mit ITA kön-nen die Kunden den Handel am ECT-Marktportal automatisieren und nahtlos in ihre Intraday-Prozesse einbinden. So kann z. B. die Kraftwerkseinsatzoptimierung direkt angebunden werden. Als eine der ersten Services hat ProCom die Anbindung von ITA an ECT über die neue Technologie-Plattform Thedora realisiert. Mit Thedora bietet ProCom Services zur Entscheidungsunterstützung im Bereich des kurzfristigen Commodity-Handels von Strom, Gas, CO2 und Wärme an.

Wechsel in den operativen Betrieb
Nach einer entsprechenden Probephase wird Infraserv Höchst nun den Intraday-Handel komplett über ITA abwickeln. Damit wird der 24/7-Handel auf Basis von regelbasierten Automatismen möglich. Dies eröffnet die Chance auf Zusatzerlöse, indem die Flexibilität des Erzeugungsparks über ECT vermarktet wird, und verringert die Kosten für Ausgleichsenergie.
Die ECT-Anbindung gehört zu den ersten Services der neuen Plattform Thedora von ProCom. Weitere Services sind bereits in der Umsetzung und das Wertangebot wird durch Partnerservices und Cloud-to-Cloud-Verbindungen vervollständigt.

Der Industriepark Höchst in Frankfurt am Main (© Infraserv Höchst)

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