Was bringt die KWKG-Novelle?

22.05.2012

Aachen, 22. Mai 2012 – Müssen Investitionspläne neu bewertet und Fahrweisen überdacht werden?

In Kürze sollen weitreichende Änderungen des betehenden Kraft-Wärme-Kopplungsgesetzes (KWKG) vom Bundestag beschlossen werden. Hintergrund ist das politische Ziel der Bundesregierung, den Anteil von Strom aus KWK-Anlagen bis 2020 auf 25% zu erhöhen. Hochrechnungen ergeben, dass unter dem derzeit gültigen Rechtsrahmen ein Anstieg auf höchstens 21% zu erwarten ist. Der Änderungsentwurf soll diese Lücke schließen.

Hierzu sind weitreichende Neuerungen geplant: Neben einer Anpassung der bisherigen Fördersätze wird die Modernisierung von KWK-Anlagen noch weiter erleichtert. Die Förderung von Wärmenetzen wird ausgeweitet und auf Kältenetze übertragen. Neu ist die Bezuschussung von Investitionen in Wärme- oder Kältespeicher sowie in Nachrüstung von Kondensationskraftwerken und entsprechenden Industrieanlagen mit KWK.

Aus der KWKG-Novelle und dem wieder aufgelegten Förderprogramm für Mikro-KWK-Anlagen ergeben sich für Anlagenbetreiber interessante Perspektiven: Klar ist, Investitionen in Anlagenneubau, -modernisierung, -umrüstung, Speicher und Netze können und müssen neu bewertet werden, um den bestmöglichen Einsatz verfügbaren Kapitals zu gewährleisten. Die Bewirtschaftung bestehender Anlagen sollte hinsichtlich neuer Optimierungspotenziale durchleuchtet werden.

Lohnen sich jetzt Investitionen?

Die Investitionsplanung hat sich durch die Liberalisierung der Energiemärkte in eine komplexe und anspruchsvolle Aufgabe gewandelt, die einen vorausschauenden Umgang mit Risiken und Unsicherheiten voraussetzt. Zudem sind gerade Kraft-Wärme-Kopplungsanlagen technisch eng mit dem umgebenden Wärmesystem verknüpft und hoch komplex. Die Wirtschaftlichkeit beispielsweise eines neuen Speichers kann daher nur ermittelt werden, wenn das gesamte, individuelle Portfolio aus Anlagen, Verträgen und Märkten einbezogen wird. Bei KWK-Anlagen ist zudem die Fahrweise der Anlagen von entscheidender Bedeutung. So kann die Wirtschaftlichkeit des Speichers maßgeblich davon abhängen, ob die verbundenen Strom- und Wärmeerzeugungsanlagen wärmegeführt oder strompreisgeführt eingesetzt werden. Im Mittelpunkt einer Investitionsbewertung sollten der zukünftige Anlageneinsatz und die Vermarktung im KWK-Verbund stehen.

Hierfür sind Werkzeuge und Methoden gefragt, die es erlauben die physikalisch-technischen und wirtschaftlichen Ausprägungen eines Erzeugungsportfolios in einem techno-ökonomischen Modell abzubilden. Auf Basis dieses Modells wird der zukünftige, optimale Anlageneinsatz und der daraus resultierende Deckungsbeitrag ermittelt. Hierbei können verschiedenste Modellvarianten berechnet werden, die es erlauben unterschiedliche Speicherarten und -größen und/oder unterschiedliche Fahrweisen gegenüberzustellen. So kann der Wert einer Investition im Gesamtverbund klar quantifiziert werden. Ein aussagekräftiges Set von Preis- und Lastszenarien macht Chancen und Risiken der Investitionsentscheidung transparent.

Lesen Sie mehr zu den Themen Querverbundoptimierung und Investitionsbewertung in unseren Lösungsskizzen:
Lösungsskizze Querverbundoptimierung
Lösungsskizze Investitionsbewertung

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